Die Dokumentation von Taylor UUCP beschreibt grundsätzlich die Möglichkeit eine UUCP Verbindung via TCP aufzubauen (siehe: Taylor UUCP, 2.5 TCP together with Taylor UUCP, S. 17).
Benutzt wird dazu der TCP-Service uucp (falls in /etc/services kein Eintrag für uucp vorhanden ist, wird port 540 benutzt), ein spezieller Protokoll-Typ t sowie ein erweitertes sys-File.
Die in diesem Kontext wichtigen Konfigurationsdateien von UUCP sind
Übliche Verzeichnisse - je nach Installation - dieser Dateien sind
port
Zusätzlich zu den normalen Einträgen, die die Modemverbindungen der site beschreiben, ist ein weiterer Eintrag notwendig:
# Port-Eintrag f. UUCP ueber TCP
port tcp-conn
type tcp
service uucpd
sys
Als System-Eintrag im sys-file steht folgendes:
chat ogin: \d\L ssword: \d\P
system UUCP-name-feedsite
address feedsite.in-berlin.de
time Any
call-timegrade C Any
call-timegrade D Never
protocol gt
protocol-parameter g window 3
protocol-parameter g packet-size 64
port tcp-conn
alternate
port serial_1
call-timegrade z Any
phone phone-nr1
alternate
port serial_1
call-timegrade z Any
phone phone-nr2
Die einzelnen Einträge bedeuten dabei:
Das chat-Skript für den Login-Vorgang.
Der UUCP-Name der Feedsite.
Fully Qualified Domain Name oder IP-Adresse der Feedsite.
Ggf. für gewünschte zeitliche Beschränkungen.
Die Bezeichnung des port's aus der port-Datei.
Alternative Möglichkeiten (hier: normale Modem-Verbindungen).
Zugehörige Telefon-Nr.
Wichtig ist, daß der erste Eintrag in der sys-Datei der für die TCP-Verbindung ist. Ist die PPP/SLIP-Verbindung aufgebaut, führt der Verbindungsaufbau via TCP zum Erfolg und die Pakete werden ausgetauscht.
Ist keine PPP/SLIP-Verbindung aktiv, erfolgt lediglich eine Meldung via syslog und UUCP sucht die nächste Alternative im sys-File, in diesem Fall dann eine normale Modem-Verbindung, die dann - hoffentlich - zum Erfolg führt.
Es stehen alle Konfigurationsmöglichkeiten des Taylor-UUCP zur Verfügung:
Z.B. kann durch einen Eintrag von call-timegrade erreicht werden, daß von der feedsite nur Mail übertragen wird und ggf. anstehende News zu einem späteren Zeitpunkt abgeholt werden kann.
In der Regel wird Mail mit einem sogenannten Grade von C gespoolt und News mit einem Grade von D.
Einträge in der Form (in sys)
call-timegrade C Any
call-timegrade D Never
haben dann zur Folge, daß Pollpakete mit einem spool-grade von C zu jeder Zeit und Pakete mit einem Grade von D zu keinem Zeitpunkt übertragen werden.
Im weiter oben angeführten Beispiel wird durch die call-timegrade Einträge dafür gesorgt, daß bei UUCP/TCP-Verbindungen nur Pakete mit Grade C oder größer übertragen werden und bei Modem-Verbindungen durch den Eintrag call-timegrade z Any werden alle anstehenden Pakete übertragen.
Damit ist sichergestellt, daß anstehende news und mail im Normalfall und bei einer PPP/SLIP-Verbindung lediglich mail übertragen werden.
Als weiteres Beispiel für eine Konfigurationsmöglichkeit sei auf die Parameter protocol und protocol-parameter hingewiesen. Damit läßt sich das benutzte Protokoll einstellen und bestimmte Werte für das gewählte Protokoll variieren.
Das für TCP-Verbindungen vorgesehene Protokoll t sieht selbst keine Möglichkeit vor, die benutzte Bandbreite der Modemleitung einzuschränken. Will man erreichen, daß nicht die ganze Bandbreite der Verbindung für die Übertragung der UUCP-Pakete benutzt wird, so bleibt als Möglichkeit die Wahl eines anderen Protokoll-Typs (z.B. g) und über die Protokoll-Parameter wird dieses Protokoll dann entsprechend konfiguriert. Z.B. kann mittels protocol gt die Benutzung des g-Protokolles erzwungen werden (sofern die Gegenstelle dieses beherrscht) und mit protocol-parameter g window 3 und protocol-parameter packet-size 64 eine kleinere Blockgröße eingestellt werden. Ob eine solche Konfiguration sinnvoll ist,. muß jede/r selbst entscheiden, schließlich wird durch die Wahl einer solch kleinen Blockgrösse nur unnötiger Overhead erzeugt, der ja schließlich auch Übertragungszeit kostet.
Dies sollen nur Beispiele für Konfigurationen sein, Möglichkeiten gibt es mehr als genug, ein Blick in die Taylor-UUCP-Dokumentation wird sicher weitere Alternativen aufzeigen.