UUCP/TCP Quick Guide Michael Wiedmann, mw@miwie.in-berlin.de v0.15, 18. Oktober 1998 Dieses Dokument beschreibt die Konfiguration von Taylor UUCP, um auch via TCP UUCP nutzen zu koennen. Sites, die normalerweise Mail und/oder News via UUCP pollen, wollen u.U. eine bestehende PPP/SLIP-Verbindung nutzen, um anstehende Mail/News abzuliefern bzw. abzuholen. ______________________________________________________________________ Table of Contents 1. Einfuehrung 1.1 Verfuegbarkeit 1.2 Notwendige Pakete 2. Konfiguration 2.1 UUCP Konfigurationsdateien 2.1.1 Konfigurationsdatei 2.1.2 Konfigurationsdatei 2.2 Besonderheiten 3. Schlussbemerkungen 3.1 Referenzen 3.2 Download 3.3 Hinweis 3.4 Aenderungshinweise ______________________________________________________________________ 1. Einfuehrung Dies ist eine kurze Beschreibung der Konfiguration von Taylor-UUCP, um auch via TCP UUCP nutzen zu koennen. Grundsaetzliche Kenntnisse von UUCP werden vorausgesetzt. Hintergund: Da ich vor einiger Zeit auch vor diesem Problem stand, und in der Zwischenzeit bereits einige Male entsprechende Anfragen zu diesem Thema hatte, habe ich mich entschlossen, meine Erfahrungen mit diesem Thema festzuhalten und sie anderen zugaenglich zu machen. 1.1. Verfuegbarkeit Dieses Dokument ist in der aktuellen HTML-Version zu finden unter: uucp-tcp.html 1.2. Notwendige Pakete o Taylor UUCP funktionsfaehig fuer normale Modem-Verbindung konfiguriert. o PPP funktionsfaehig konfiguriert. o Beim Partnersystem muss der TCP port 540 entsprechend konfiguriert sein. 2. Konfiguration Die Dokumentation von Taylor UUCP beschreibt grundsaetzlich die Moeglichkeit eine UUCP Verbindung via TCP aufzubauen (siehe: Taylor UUCP, 2.5 TCP together with Taylor UUCP, S. 17). Benutzt wird dazu der TCP-Service uucp (falls in /etc/services kein Eintrag fuer uucp vorhanden ist, wird port 540 benutzt), ein spezieller Protokoll-Typ t sowie ein erweitertes sys-File. 2.1. UUCP Konfigurationsdateien Die in diesem Kontext wichtigen Konfigurationsdateien von UUCP sind o port o sys Uebliche Verzeichnisse - je nach Installation - dieser Dateien sind o /etc/uucp o /usr/lib/uucp o /usr/conf/uucp 2.1.1. Konfigurationsdatei port Zusaetzlich zu den normalen Eintraegen, die die Modemverbindungen der site beschreiben, ist ein weiterer Eintrag notwendig: # Port-Eintrag f. UUCP ueber TCP port tcp-conn type tcp service uucpd 2.1.2. Konfigurationsdatei sys Als System-Eintrag im sys-file steht folgendes: chat ogin: \d\L ssword: \d\P system UUCP-name-feedsite address feedsite.in-berlin.de time Any call-timegrade C Any call-timegrade D Never protocol gt protocol-parameter g window 3 protocol-parameter g packet-size 64 port tcp-conn alternate port serial_1 call-timegrade z Any phone phone-nr1 alternate port serial_1 call-timegrade z Any phone phone-nr2 Die einzelnen Eintraege bedeuten dabei: chat Das chat-Skript fuer den Login-Vorgang. system Der UUCP-Name der Feedsite. address Fully Qualified Domain Name oder IP-Adresse der Feedsite. time Ggf. fuer gewuenschte zeitliche Beschraenkungen. call-timegrade s. ``Besonderheiten'' protocol s. ``Besonderheiten'' protocol-parameter s. ``Besonderheiten'' port Die Bezeichnung des port's aus der port-Datei. alternate Alternative Moeglichkeiten (hier: normale Modem-Verbindungen). phone Zugehoerige Telefon-Nr. Wichtig ist, dass der erste Eintrag in der sys-Datei der fuer die TCP- Verbindung ist. Ist die PPP/SLIP-Verbindung aufgebaut, fuehrt der Verbindungsaufbau via TCP zum Erfolg und die Pakete werden ausgetauscht. Ist keine PPP/SLIP-Verbindung aktiv, erfolgt lediglich eine Meldung via syslog und UUCP sucht die naechste Alternative im sys-File, in diesem Fall dann eine normale Modem-Verbindung, die dann - hoffentlich - zum Erfolg fuehrt. 2.2. Besonderheiten Es stehen alle Konfigurationsmoeglichkeiten des Taylor-UUCP zur Verfuegung: Z.B. kann durch einen Eintrag von call-timegrade erreicht werden, dass von der feedsite nur Mail uebertragen wird und ggf. anstehende News zu einem spaeteren Zeitpunkt abgeholt werden kann. In der Regel wird Mail mit einem sogenannten Grade von C gespoolt und News mit einem Grade von D. Eintraege in der Form (in sys) call-timegrade C Any call-timegrade D Never haben dann zur Folge, dass Pollpakete mit einem spool-grade von C zu jeder Zeit und Pakete mit einem Grade von D zu keinem Zeitpunkt uebertragen werden. Im weiter oben angefuehrten Beispiel wird durch die call-timegrade Eintraege dafuer gesorgt, dass bei UUCP/TCP-Verbindungen nur Pakete mit Grade C oder groesser uebertragen werden und bei Modem- Verbindungen durch den Eintrag call-timegrade z Any werden alle anstehenden Pakete uebertragen. Damit ist sichergestellt, dass anstehende news und mail im Normalfall und bei einer PPP/SLIP-Verbindung lediglich mail uebertragen werden. Als weiteres Beispiel fuer eine Konfigurationsmoeglichkeit sei auf die Parameter protocol und protocol-parameter hingewiesen. Damit laesst sich das benutzte Protokoll einstellen und bestimmte Werte fuer das gewaehlte Protokoll variieren. Das fuer TCP-Verbindungen vorgesehene Protokoll t sieht selbst keine Moeglichkeit vor, die benutzte Bandbreite der Modemleitung einzuschraenken. Will man erreichen, dass nicht die ganze Bandbreite der Verbindung fuer die Uebertragung der UUCP-Pakete benutzt wird, so bleibt als Moeglichkeit die Wahl eines anderen Protokoll-Typs (z.B. g) und ueber die Protokoll-Parameter wird dieses Protokoll dann entsprechend konfiguriert. Z.B. kann mittels protocol gt die Benutzung des g-Protokolles erzwungen werden (sofern die Gegenstelle dieses beherrscht) und mit protocol-parameter g window 3 und protocol- parameter packet-size 64 eine kleinere Blockgroesse eingestellt werden. Ob eine solche Konfiguration sinnvoll ist,. muss jede/r selbst entscheiden, schliesslich wird durch die Wahl einer solch kleinen Blockgroesse nur unnoetiger Overhead erzeugt, der ja schliesslich auch Uebertragungszeit kostet. Dies sollen nur Beispiele fuer Konfigurationen sein, Moeglichkeiten gibt es mehr als genug, ein Blick in die Taylor-UUCP-Dokumentation wird sicher weitere Alternativen aufzeigen. 3. Schlussbemerkungen Dies soll nur eine Einfuehrung in das Thema sein und die Benutzer grundsaetzlich in die Lage versetzen, UUCP entsprechend zu konfigurieren. Sicher gibt es auch andere Wege, manchmal ist es aber ganz nuetzlich erst mal einen gangbaren zu kennen ... Korrekturen, Verbesserungen, etc. an mich werden in unregelmaessigen Abstaenden eingebracht. 3.1. Referenzen o Taylor UUCP, Version 1.05, Dokumentation, Ian Lance Taylor o Linux UUCP HOWTO , Vince Skahan o Linux Network Administrators Guide , Olaf Kirch o Linux Anwender Handbuch , Sebastian Hetze u.a. o Hinweise von Frank Ronneburg 3.2. Download Dieses Dokument steht zum Download in einer Text-, PostScript-Version sowie als tar-Archive (HTML, Text und PS Dateien) zur Verfuegung: o Text-Version o PostScript-Version (einseitig) o PostScript-Version (two-up) o tar-Archive 3.3. Hinweis Dieses Dokument wurde erstellt mit Linuxdoc-SGML 1.5 3.4. Aenderungshinweise v0.15, 18. Oktober 1998 Kosmetische Aenderungen; URLs angepasst. v0.14, 31. Juli 1996 erste oeffentliche Version.